Tidy Carolina – the travel cleaner

Aufräumen, aussortieren, organisieren – sowas von mein Ding! Geld dafür bekommen? Ein kleiner Traum. Und Träume sind ja immer umsetzbar – also wird gerade alles dafür vorbereitet.

Ich hab mir das so gedacht:

Dank meiner aktuellen Chefin Kate (was ich gerade mach, erzähle ich morgen) weiß ich, dass Australier gerne one-off-cleans haben, was bedeutet: eine Putzfrau kommt ins Haus und wischt einmal alle Küchenschränke aus, reinigt das komplette Bad etc. Also einmal so richtig putzen – Frühjahrsputz, der nicht im Frühjahr sein muss. Und dadurch, dass in Australien immer mal wieder 100e Kilometer zwischen den einzelnen Städten oder Dörfern und deswegen sind Facebookgruppen essentiell, um an Sachen zu kommen, die wochenlange Lieferzeiten hätten etc.! Und genau die mache ich mir zu Nutzen: ich werde meinen Besuch ankündigen und dann kann ich gebucht werden. Ich habe einen Stundensatz, denke so an 25 bis 30$, das sind umgerechnet 16-20€. Entweder, zum Küche aussortieren oder Kleiderschrank aufräumen, Kinderzimmer, … was auch immer ansteht. Vielleicht ergibt sich auch etwas, dass sie uns etwas am Wohnwagen umbauen oder wir kostenlos bei ihnen stehen können mit eigenem Bad oder sowas.
Vielleicht gibt es manche Städte, in denen uns niemand braucht, dann habe ich Zeit zum Studieren, Schmuck basteln, sporteln, … langweilig wird es mir nie. Und dann gibt es vielleicht Städte, in denen wir Aufträge ablegen müssen, weil wir nicht ewig bleiben wollen. Ich hoffe, dass das dann bedeutet, dass wir nicht mehr an einem Ort für länger bleiben müssen. Monkey Mia war toll für sechs Monate, aber wir sind eben doch eigentlich am Reisen.
Und wie beweise ich, was ich kann? Mit einer Facebookseite, auf der ich vorher-nachher Fotos poste und kleine Videos von den lieben (aber zum Glück unordentlichen oder faulen oder beschäftigten) Menschen, denen ich geholfen habe. Im Moment sortiere ich ein komplettes Haus hier in Kununurra aus. Ich hatte es kostenlos angeboten, wenn ich dafür im Gegenzug Fotos machen darf und sie für Facebook nutzen kann. Ich dachte auch, ich müsste sie überzeugen, aber sie war sofort bereit! Letzten Sonntag nahmen wir uns die Küche vor, übermorgen dann das Wohnzimmer. Ihr Kleiderschrank ist ein weiteres Tagesprojekt und durch ihr Fotostudio schauen wir auch einmal.
Ich wollte die Facebookseite auch aktiver gestalten, d.h. es gibt auch immer wieder kleine Videos mit mir, in denen ich generelle Haushaltstips gebe. Ja, mag komisch klingen für Deutsche, aber schon in England habe ich gemerkt, dass grundsätzliches Haushaltswissen fehlt und welch besseren Weg gibt es, der Jugend etwas beizubringen, als mit Facebookvideos? Da kommt die Lehrerin durch, kann nichts dafür.

Ja, also das ist der restliche Reiseplan für Australien: 900km nach Darwin, durch die Mitte zum Roten Felsen, Adelaide, die Great Ocean Road, Melbourne, Fähre nach Tasmanien, Canberra, Syndey und die komplette Ostküste mit Abstecher ins Landesinnere, Cairns, wieder rüber durch Kununurra und dann statt die Gibb River Road zu nehmen (NIE mehr in diesem Leben und auch nicht im nächsten), außenrum, an Broome vorbei, durch den Karijini Nationalpark, den wir auf dem Hinweg ausgelassen haben, schwimmen mit Buckelwalen in Exmouth (dafür war beim ersten Durchreisen noch nicht Saison, „nur“ für Walhaie), Besuch in Monkey Mia (ein paar Leute bleiben da einfach für immer), Perth und dann eine kleine Schlaufe, um auch die Südewestküste abzuhaken. Ja, ich will wirklich alles sehen. Und ja, ich werde auch.

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Interessant, lehrreich, strukturiert

Mein Fernstudium bei der ILS.

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Manchmal sind meine Augen wirklich voller Fragezeichen, aber dank youtube, google und den Internetseiten des ILS komme ich noch ganz gut zurecht. Das haben ja schon ganz andere Leute geschafft, also kann ich das auch.

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Ich habe es gewagt. Ich habe mich eingeschrieben und bezahle ab sofort jeden Monat für die nächsten 1,5 Jahre. Habe auch schon meine erste Aufgabe eingereicht und eine 1 bekommen. War aber auch das Einstiegsheft in dem es nur um lernen lernen ging. Lerntypen und Zeitmanagement. Das muss man irgendwie schon herausgefunden haben mit einem abgeschlossenen Studium. Seitdem läuft es leider etwas dürftig. Das erste richtige Studienheft ist nämlich BWL und damit hatte ich weder in der Schule noch im Studium etwas zu schaffen. Also brauche ich 100% meiner Gehirnzellen und wenn die Katze Aufmerksamkeit braucht oder ich aufräumen muss oder arbeite oder k.o. bin von allem, dann stehen eben nicht 100% zur Verfügung. Und – ohne das jetzt wie eine Ausrede klingen lassen zu wollen – das Wetter hilft auch nicht gerade mit.

Klar hier ist Wüste und es ist heiß. Aber wir hatten vor einer Woche drei Nächte lang Regen und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass die Pfützen auf dem Pflaster nicht einmal wegtrocknen und das hat mir echt zu schaffen gemacht. Ich schlafe bis 10, räume ein bisschen auf und gehe zu meiner Spätschicht in der Rezeption, komme um acht oder neun heim, esse etwas und bin wieder im Bett und habe wirklich keine Chance um sieben oder acht aufzustehen. Ich bin einfach todmüde, richtig erschlagen. Inzwischen hat sich das Wetter wieder beruhigt und es ist wieder „nur heiß“. Ich konnte auch etwas Schlaf aufholen und habe endlich einmal wieder zwei Tage am Stück frei und da ist schon die Motivation ganz anders: wenn ich heute „zu viel“ mache, kann ich mich morgen ausruhen. Wenn ich morgen nicht frei hätte wäre das ein: wenn ich heute zu viel mache, bin ich die ganze nächste Woche todmüde und werde nie mehr ausgeruht sein.

Interessanterweise liebe ich meinen Job trotzdem. Rezeption mit Menschen und Kollegen ist einfach toll! Vor allem wenn ich das große Ziel sehe, auf das ich hinarbeite: mein b&b. Ich werde da nämlich auch hauptsächlich im Büro sein: Leute begrüßen, Rechnungen bearbeiten, neue Ideen sammeln und ausarbeiten und Menschen einstellen und feuern (wenn es sein muss), neue Konzepte erarbeiten… ich kann es kaum erwarten!

Und je mehr Menschen ich davon erzähle, desto motivierter bin ich! Ich ziehe inzwischen einfach Menschen an, die mich motivieren. Die nicht sagen: das geht nicht, das wird nichts oder nicht einmal: das wird schwer. Die sagen einfach: so wie ich dich kenne, wird das etwas! Viel Glück! Aber nicht viel Glück im Sinne von: du brauchst Glück, dass das was wird. Nein. Sondern viel mehr viel Glück mit der Bedeutung: dass du nicht zu viele Nerven unterwegs verlierst und dass es so funktioniert wie du dir das vorstellst. Und ich muss sagen: das liebe ich! Endlich unter den richtigen Menschen sein und ihnen zeigen können, wie ich drauf bin und ohne sonstige Überzeugungsarbeit meinerseits wissen sie einfach: das wird! Und dann folgt immer der gleiche Gesprächsverlauf:

Ich: Ja und dann hab ich mein B&B!

Die andere Person: Und ich komm dich besuchen!

Ich: Das sagen alle!

Die andre Person: Ja, aber ich komme wirklich!

Und ich muss sagen, den meisten glaube ich das. Mein B&B ist also schon abbezahlt, wenn allein diese Leute alle kommen!

Und wie immer bin ich voll abgeschweift von dem eigentlichen Thema: mein Fernstudium.

Ich hatte schon immer wieder Unterlagen angefordert und überlegt, ob ein Fernstudium wirklich das Richtige für mich ist. Dann lese ich mir die Beschreibungen durch und die Inhaltsverzeichnisse… und bei Hotelmanagement ist es dann einfach passiert: genau das muss ich lernen (BWL) und davon hab ich noch gar keinen Plan (Personalwesen) und das ist mega interessant (Nachhaltigkeit und Umwelt im Hotelgewerbe) und darin bin ich bestimmt gut, ohne viel Aufwand zu haben (Internationales Hotelgewerbe und Englisch). Ja und dann ist es eben passiert. Ich dachte mir: so viel Zeit wie hier, habe ich sicherlich nie. Und mehr Geld zur Verfügung haben, werde ich wahrscheinlich auch nicht. Und einen absolut perfekten Zeitpunkt gibt es nie. Für nichts. Deswegen einfach einmal machen! Sind ja jetzt wirklich keine Unsummen, die ich da loswerde: 165€ im Monat. So ein hohes und regelmäßiges Einkommen wie gerade hatte ich ja auch noch nie! Ich komme im Schnitt (schon mit Steuer- und Mietabzug) auf umgerechnet 2500€ im Monat. Klar, Essen etc. ist teurer hier aber wer bezahlt denn in Deutschland nur 180€ Miete pro Monat und darf am Meer wohnen?!

Der australische Alltag

In erster Linie sind wir hier, um zu arbeiten. Steve’s Tag als Hausmeister und Gärtner

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fängt schon um sieben Uhr morgens an. Ist aber auch gut so, denn kurze Zeit später ist es schon brütend heiß und so hat er zumindest ein bisschen Arbeit in einer annehmbaren Temperatur. Er hat hier einige Kollegen und neben Reparaturarbeiten und Renovierungen, ist er hauptsächlich dafür verantwortlich, Mülltonnen zu leeren (hier gibt es keine Müllabfuhr, wir sind zu weit weg) und Pflanzen zu wässern (hier regnet es nie, aber Gäste haben es gern grün und schattig). Eines der schlimmsten Dinge, die hier passieren kann ist, dass die Klimaanlage ausfällt. Wirklich innerhalb kürzester Zeit heizt sich ein Zimmer so sehr auf, dass man sich nicht mehr darin aufhalten kann.

Mein Rezeptionsjob hat drei verschiedene Schichten: 8-16h, 9-18h, 12-20h. Und ich liebe es!

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Ich hatte ja schon vermutet, dass mir die Rezeption liegt, aber ich hatte nicht gedacht, dass alles so super ist! Die Kollegen sind toll. Was ich besonders mag, ist dass sie nicht ständig etwas zusammen machen wollen. Klingt seltsam für dich? Für mich nicht. Wenn ich mit jemandem schon einige Stunden täglich verbringen „muss“, verbringe ich meine Freizeit gerne mit anderen Menschen oder einfach allein.

Ich habe jetzt schon mehrmals erwähnt, dass wir so weit weg sind. Das ist schwer vorstellbar, wenn man in Deutschland sitzt, deswegen werde ich das nochmal genauer erklären:

Wir wohnen in Monkey Mia, das ist an einem Landzipfel der australischen Westküste. Monkey Mia ist aber keine Stadt, sondern wirklich nur unser Resort. Wir haben hier einen Mini-Supermarkt, ein Besucherzentrum für Touristen, einen Zeltplatz, einen Campingplatz, Zimmer, Häuschen, Pool, Bar, Restaurant, Strand natürlich… ja. Und wenn du dann mehr brauchst oder willst gehst du nach Denham. Das ist 28km von hier entfernt. Und hat auch nur zwei kleine Supermärkte, in denen du zwar schon das meiste auch bekommst, aber nur, wenn du nicht auf glutenfrei, lactosefrei, vegan etc. angewiesen bist. Mindestens einer meiner deutschen Freunde hier in Monkey Mia ist von vegan auf vegetarisch umgestiegen, weil vegan hier fast unmöglich ist. Ich komme mit meinem vegetarisch sein übrigens super zurecht, aber da gibt es demnächst einen gesonderten Beitrag!

Die nächste Stadt, in der man so „alles“ bekommen kann ist vier Stunden weit weg. Also wie von mir daheim bei Nürnberg bis Dortmund, wo mein Papa herkommt. Stellt euch mal vor, man fährt vier Stunden, um einen Einkauf zu machen. Sowas passiert dir nur in Westaustralien.

Zum Glück sind wir so fortschrittlich, dass es Onlinebestellungen gibt. Aber es gibt hier gar keine Post. In Denham, ja. Und von dort holt sie dann unser Manager ab, wenn er seine Kinder in die Schule fährt. Und dann kommt sie in unseren Supermarkt und der Name an die Tür, damit man weiß, dass da wieder etwas angekommen ist – nach vier Wochen Lieferzeit innerhalb Australiens. Brauche nicht erwähnen, wie lange es dauert, bis etwas aus Europa ankommt…
Man kann ja sogar online Lebensmittel kaufen – das kann ja dann nicht klappen mit vier Wochen Lieferzeit, oder? Da gibt es tatsächlich eine besser Lösung: deine Bestellung kommt nach Geraldton (die Stadt, die vier Stunden weit weg ist) und wird von dort mit den Lebensmitteln, die unser Restaurant und unsere Bar benötigt, geliefert. Du zahlst also Geld an deinen Manager, weil der ja die Lieferung bezahlt. Und wenn du Samstag bestellst, ist sie auch schon am Dienstag da – das ist für australische Verhältnisse Lichtgeschwindigkeit!

Warum gibt es dann überhaupt ein Resort am Arsch der Welt und warum kommen Leute hierher?!

Monkey Mia ist berühmt für seine Delfine. Hier finden jeden Morgen Fütterungen statt und die Ranger erzählen über die Delfine. Sie werden bis zu 40 Jahre alt, manche kommen hier schon seit über 30 Jahren her. Sie schlafen außerdem immer nur mit einer Gehirnhälfte, damit sie keinem Raubfisch zum Opfer fallen. Etc., etc. Und weil Delfine auch zu den schlausten Lebewesen der Welt zählen, bleiben sie in der Gegend, in der es kostenloses Futter gibt und schwimmen auch einmal um dich herum, wenn du im Meer bist. Schon der Wahnsinn! Anfassen verboten, bestaunen erlaubt. Ich war noch nie so ein Delfin-Mädchen, aber wie elegant sie sich im Wasser bewegen und auf wie viele unterschiedliche Arten sie sich mit ihren Artgenossen unterhalten können… Wahnsinn!

Neben den Delfinen gibt es hier auch allerlei anderes Getier. Fliegen. Katzen. Libellen. Eidechsen. Kängurus. Emus. Kamele.

Millionen. Wild und angeblich unzähmbar. In den Toiletten. Unter deinen Füßen. Im Restaurant. Auf der Straße. Am Strand.

Warum Portugal Nummer 1 ist

Die Menschen.

Freundlich, offen, kulturell interessiert, ordentlich, motiviert und pünktlich.

Ich brauche es warm. Mein b&b muss irgendwo sein, wo es möglichst immer über 20°C hat. Die Kälte ist nicht so mein Ding. Außerdem will ich mit den lokalen Läden etc. zusammenarbeiten und dazu müssen sie zur Zusammenarbeit aufgeschlossen sein. Lokale Produkte, wie Obst und Gemüse, müssen bezahlbar und lieferbar sein. Meine Angestellten sollen nach deutschen Standards arbeiten können und ich will ihnen gutes Geld bezahlen. Gutes Geld für portugiesische Verhältnisse ist erreichbar, wenn man englische und deutsche zahlende Gäste hat. Man muss sich gut um seine Angestellten kümmern, denn sie kümmern sich um die Gäste und um die geht es ja im Großen und Ganzen. Ich kann es kaum erwarten!

Die Landschaft.

Habt ihr einmal Fotos gesehen? Kilometerlange Abschnitte mit keiner Menschenseele. Grün und trotzdem warm. Hügel und Berge und Täler. Und so viel Küste mit niedlichen Küstenstädtchen. Da muss mein b&b hin. Für Kinder und Haustiere und Menschen jeden Alters.

Ach und die Sprache? Spanisch perfektioniere ich bei meiner Südamerika-Reise, die irgendwann ansteht. Und portugiesisch ist ziemlich ähnlich, d.h. ich kann mich mit spanisch durchschlagen oder lerne natürlich im Vorhinein die wichtigsten Begriffe.

Heute bin ich Autorin

Heute ist der Tag der Tage. Der Tag, an dem ich Internet habe. Der Tag, an dem ich Zeit habe. Der Tag, an dem ich endlich wieder ein paar Beiträge schreibe!

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf diesen Tag gefreut habe, wie sehr ich ihn mir ersehnt habe. Heute ist er da! Das Internet läuft zwar nur mäßig, aber es ist gut genug, um zu schreiben. Und Zeit… ja mit der könnte man auch immer hundert andere Sachen anstellen. Aber heute ist der Tag der Tage. Heute bin ich Autorin!

Ich habe schon so lange nicht mehr geschrieben, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll!

Vielleicht hiermit: Ich bin glücklich. Und das ist nicht selbstverständlich für mich. Ich bin so ein unruhiger und wuseliger Mensch, dass ich normalerweise in meinen zukünftigen Plänen lebe, aber ich kann wirklich gerade sagen, dass mich meine gegenwärtige Situation glücklich macht!

Aber was ist denn jetzt meine gegenwärtige Situation…

Ich bin in Australien.

Mit meinem englischen Freund Steve.

Mit einem working holiday Visum, das insgesamt ein Jahr gültig ist.

Und nach zwei Wochen Jobsuche in Perth und einigen verlorenen Nerven, dem vorherrschenden Gefühl der Enttäuschung und Verzweiflung, haben wir Arbeit gefunden. Habe ich uns Arbeit gefunden.

Mein großes Ziel ist immer noch mein eigenes bed and breakfast (irgendwo auf der Welt). Ich treffe überraschend viele Menschen, die das auch gerne hätten. Der große Unterschied ist nur, dass ich Schritte dafür unternehme, um es zu erreichen. Fast alles, was ich gerade tue, bringt mich näher an dieses Ziel. Und „die anderen“ arbeiten beim Aldi um die Ecke, weil das einfacher ist. Wenn man es nicht richtig versucht, kann man ja auch nicht versagen. Aber was ist das denn für eine Denkweise?

Wenn ich es nicht versuche, kann ich es auch nicht schaffen.

Und dann kommt noch die Sache mit dem Versuchen hinzu. Eigentlich gibt es nur machen oder nicht machen. Und ich bin eben einfach der Machen-Typ. Voll und ganz. Einhundert Prozent.

Was mache ich also jetzt, wenn ich sage ich arbeite daraufhin…

Der Job auf den ich mich hier beworben habe, ist an der Rezeption eines Resorts an der Westküste Australiens. Und weil es schon hieß, dass das hier am Arsch der Welt ist (Arse of the World gibt es übrigens nicht als englischen Ausdruck, ebensowenig wie with the head through the wall… sehr enttäuschend), hatte ich als „Vorgabe“, dass sich auch ein Job für meinen Steve finden müsste. Gesucht war eigentlich eine erfahrene Rezeptionistin. Ja… ich war nicht erfahren und hatte dann auch noch Ansprüche. Aber irgendwie… Ich bekam eine Antwort per e-Mail. Und die Bitte um ein Telefonat. Und da habe ich anscheinend überzeugt. Oder es gab nicht genügend andere Bewerber oder die waren einfach noch schlechter als ich oder sie haben uns wirklich nur genommen, weil sie Steves handwerkliche Erfahrung haben wollten. Keine Ahnung, auf jeden Fall arbeiten wir jetzt hier. In Monkey Mia an der Westküste Australiens.

Ich als Rezeptionistin und er als Hausmeister und Gärtner.

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In den ersten eineinhalb Monaten arbeitete ich auch einmal wöchentlich im Restaurant aber ich hasse es einfach, wenn ich in etwas nicht perfekt bin, in dem ich super leicht perfekt sein könnte. Aber mit einer Frühstücksschicht alle zwei Wochen und einer Abendschicht in den Wochen dazwischen.. wie soll denn da eine Routine reinkommen? Theoretisch kann ich genau aufzählen, was ich wann machen muss und worauf achten etc. Aber … es gibt eben keine Routine und dann unterlaufen mir kleine Fehler und das hasse ich ohne Ende. Also macht mir das natürlich keinen Spaß und man ist irgendwie trotzdem k.o. und hat keine Lust auf etwas anderes und wartet den ganzen Tag darauf, dass die Schicht anfängt (oder aufhört). Nein, danke. Und ich war endlich mutig genug zu sagen: Bitte teilt mich nicht mehr ein. Mein Vertrag hier sagt nämlich offiziell, dass ich vier Tage die Woche in der Rezeption, und einen Tag im Restaurant arbeite, um auf genügend Stunden zu kommen. Allerdings ist einfach immer etwas los, dass ich fünf oder manchmal sogar sechs Tage die Woche in der Rezeption arbeite und auch wenn es mir wirklich Spaß macht … ich bin ein Mensch, der noch andere Sachen machen will. Ich brauche Zeit für mich, Zeit für Sport, Zeit zum französisch Lernen (hilft mir mit meinem b&b), Zeit zum Aufräumen und Kochen und Zeit für meinen Steve und Zeit am Strand…

Das neue Jahr wird wieder ruhiger, weniger Gäste und deswegen auch weniger Überstunden. Also habe ich endlich diese Zeit, die ich brauche und fühle mich schon viel befreiter und lockerer und lebendiger. Deswegen kann ich sagen: ich bin glücklich. Ohne Einschränkung. Ohne aber.

 

Und das eigentlich traurige ist, dass ich diesen Beitrag vor einem Monat geschrieben habe und letztendlich doch keine Zeit hatte, mehrere Beiträge zu verfassen und euch endlich auf dem Laufenden zu halten. Aber heute, heute bin ich wirklich Autorin. Und warum es einen Monat gedauert hat ist auch einfach zu erklären. Anstatt vier Tage Rezeption und drei Tage frei hatte ich sechs Tage Rezeption und einen Tag frei. Und den habe ich eben wirklich nur zum Ausruhen gebraucht!