Interessant, lehrreich, strukturiert

Mein Fernstudium bei der ILS.

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Manchmal sind meine Augen wirklich voller Fragezeichen, aber dank youtube, google und den Internetseiten des ILS komme ich noch ganz gut zurecht. Das haben ja schon ganz andere Leute geschafft, also kann ich das auch.

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Ich habe es gewagt. Ich habe mich eingeschrieben und bezahle ab sofort jeden Monat für die nächsten 1,5 Jahre. Habe auch schon meine erste Aufgabe eingereicht und eine 1 bekommen. War aber auch das Einstiegsheft in dem es nur um lernen lernen ging. Lerntypen und Zeitmanagement. Das muss man irgendwie schon herausgefunden haben mit einem abgeschlossenen Studium. Seitdem läuft es leider etwas dürftig. Das erste richtige Studienheft ist nämlich BWL und damit hatte ich weder in der Schule noch im Studium etwas zu schaffen. Also brauche ich 100% meiner Gehirnzellen und wenn die Katze Aufmerksamkeit braucht oder ich aufräumen muss oder arbeite oder k.o. bin von allem, dann stehen eben nicht 100% zur Verfügung. Und – ohne das jetzt wie eine Ausrede klingen lassen zu wollen – das Wetter hilft auch nicht gerade mit.

Klar hier ist Wüste und es ist heiß. Aber wir hatten vor einer Woche drei Nächte lang Regen und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass die Pfützen auf dem Pflaster nicht einmal wegtrocknen und das hat mir echt zu schaffen gemacht. Ich schlafe bis 10, räume ein bisschen auf und gehe zu meiner Spätschicht in der Rezeption, komme um acht oder neun heim, esse etwas und bin wieder im Bett und habe wirklich keine Chance um sieben oder acht aufzustehen. Ich bin einfach todmüde, richtig erschlagen. Inzwischen hat sich das Wetter wieder beruhigt und es ist wieder „nur heiß“. Ich konnte auch etwas Schlaf aufholen und habe endlich einmal wieder zwei Tage am Stück frei und da ist schon die Motivation ganz anders: wenn ich heute „zu viel“ mache, kann ich mich morgen ausruhen. Wenn ich morgen nicht frei hätte wäre das ein: wenn ich heute zu viel mache, bin ich die ganze nächste Woche todmüde und werde nie mehr ausgeruht sein.

Interessanterweise liebe ich meinen Job trotzdem. Rezeption mit Menschen und Kollegen ist einfach toll! Vor allem wenn ich das große Ziel sehe, auf das ich hinarbeite: mein b&b. Ich werde da nämlich auch hauptsächlich im Büro sein: Leute begrüßen, Rechnungen bearbeiten, neue Ideen sammeln und ausarbeiten und Menschen einstellen und feuern (wenn es sein muss), neue Konzepte erarbeiten… ich kann es kaum erwarten!

Und je mehr Menschen ich davon erzähle, desto motivierter bin ich! Ich ziehe inzwischen einfach Menschen an, die mich motivieren. Die nicht sagen: das geht nicht, das wird nichts oder nicht einmal: das wird schwer. Die sagen einfach: so wie ich dich kenne, wird das etwas! Viel Glück! Aber nicht viel Glück im Sinne von: du brauchst Glück, dass das was wird. Nein. Sondern viel mehr viel Glück mit der Bedeutung: dass du nicht zu viele Nerven unterwegs verlierst und dass es so funktioniert wie du dir das vorstellst. Und ich muss sagen: das liebe ich! Endlich unter den richtigen Menschen sein und ihnen zeigen können, wie ich drauf bin und ohne sonstige Überzeugungsarbeit meinerseits wissen sie einfach: das wird! Und dann folgt immer der gleiche Gesprächsverlauf:

Ich: Ja und dann hab ich mein B&B!

Die andere Person: Und ich komm dich besuchen!

Ich: Das sagen alle!

Die andre Person: Ja, aber ich komme wirklich!

Und ich muss sagen, den meisten glaube ich das. Mein B&B ist also schon abbezahlt, wenn allein diese Leute alle kommen!

Und wie immer bin ich voll abgeschweift von dem eigentlichen Thema: mein Fernstudium.

Ich hatte schon immer wieder Unterlagen angefordert und überlegt, ob ein Fernstudium wirklich das Richtige für mich ist. Dann lese ich mir die Beschreibungen durch und die Inhaltsverzeichnisse… und bei Hotelmanagement ist es dann einfach passiert: genau das muss ich lernen (BWL) und davon hab ich noch gar keinen Plan (Personalwesen) und das ist mega interessant (Nachhaltigkeit und Umwelt im Hotelgewerbe) und darin bin ich bestimmt gut, ohne viel Aufwand zu haben (Internationales Hotelgewerbe und Englisch). Ja und dann ist es eben passiert. Ich dachte mir: so viel Zeit wie hier, habe ich sicherlich nie. Und mehr Geld zur Verfügung haben, werde ich wahrscheinlich auch nicht. Und einen absolut perfekten Zeitpunkt gibt es nie. Für nichts. Deswegen einfach einmal machen! Sind ja jetzt wirklich keine Unsummen, die ich da loswerde: 165€ im Monat. So ein hohes und regelmäßiges Einkommen wie gerade hatte ich ja auch noch nie! Ich komme im Schnitt (schon mit Steuer- und Mietabzug) auf umgerechnet 2500€ im Monat. Klar, Essen etc. ist teurer hier aber wer bezahlt denn in Deutschland nur 180€ Miete pro Monat und darf am Meer wohnen?!

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Kissen und Kissen

Wenn man in der Schule lernt, was Kissen heißt, lernt man diese Vokabel zusammen mit Bett, Schlafzimmer und Co. Also lernt man das Wort pillow … das benutzen die Engländer aber nur für das Wort Kopfkissen

Für die Kissen des Sofas oder die kleinen Dekokissen auf der Bank am Esstisch oder sonst wo gibt es ein extra Wort: cussion, sprich: kaschn

Und jetzt stellt euch mal wieder vor ihr nennt die Kissen auf dem Sofa pillow … Und die Engländer stellen sich dann Kopfkissen vor, die auf dem Sofa liegen.

Yeah, wieder was gelernt!

Kochen und kochen

Lehrreich und kurz:

Essen kochen: cook

Das Wasser kocht: The water is boiling.

Ist leider wirklich leicht zu verwechseln und klingt mega doof. Stellt euch vor jemand sagt euch: Das Wasser kocht (Essen)…

Und weil es irgendwie mit rein passt:

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Wasserkocher heißt auf englisch kettle. Sprachhistorisch kann man da das deutsche Wort Kessel drin erkennen, es ist also nicht abwegig, aber Wasserkocher heißt eben leider nicht water boiler. Boiler ist das Gerät, das das Wasser für das ganze Haus heizt, für Dusche etc.

Und nur um euch nochmal dran zu erinnern: England ist die Tee-Nation. Hier wird ständig Tee getrunken und deswegen ist das Wort Wasserkocher durchaus ein wichtiges. Auch wenn ihr in einem Hotel übernachtet, könnte das Wort von Nutzen sein. Die meisten Hotels (wie auch meines) haben nämlich einen Wasserkocher auf dem Zimmer und der könnte kaputt (broken) sein oder nicht funktionieren (not working).

Oft oder häufig?

In der Schule lernt man: oft heißt often. Wortstamm ist gleich. Lässt sich gut merken.

Aber

nicht überall, wo wir im Deutschen das Wörtchen oft verwenden, ist das englische often an der richtigen Stelle. Sie benutzen many times. Und wann nimmt man jetzt was?

Als ich über einen Titel für diesen Beitrag nachdachte, fiel mir auf, dass sich das Ganze relativ leicht erklären lässt:

häufig = often

oft = many times

Blöd nur, dass wir im Deutschen fast immer oft verwenden. Ich erkläre es mit ein paar Beispielsätzen:

Wie oft muss ich dir das noch sagen? (Man würde nicht sagen: Wie häufig muss ich dir das noch sagen?)
How many times do I have to tell you that?

Gehst du oft/häufig ins Fitnessstudio?
Do you go to the gym often?

Erkennt ihr es schon? Often wird benutzt, wenn etwas regelmäßig gemacht wird. Wenn man wissen will, wie oft/häufig man schon etwas gemacht hat, also eher nach einer genauen Anzahl fragt, heißt es many times.

Das ist so ein Ding, das dich verrät. Du hast keinen Akzent, keinen Dialekt, aber sagst often anstatt many times. Caught you!

Schulische Fehler

Eine neue Kategorie! Ich mag es! Natürlich taugt es mir schon, Leuten etwas beizubringen. Ich meine, der Beruf Lehrer war ja nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Aber dieses Schulsystem und alles so eng und zeitlich und örtlich eingeschränkt – neeee.

Ich gehe hier immer davon aus, was ich weiß, was ich in der Schule gelernt hab. Wenn ihr das schon richtig gelernt habt – Glückwunsch! Aber ich bin mir sicher, dass ich den ein oder andren überraschen kann mit meinem wirklichen Alltagsenglisch 🙂


Teppich und Teppichboden

Teppich heißt carpet. Keine Frage. Oder?

In England haben fast alle Häuser fast durchgehend Teppichboden. Im ersten Stock generell, aber auch im Erdgeschoss im Wohnzimmer. Nur Bad und Küche wird ausgelassen, in manchen Häusern noch der Flur. Und diesen Teppichboden nennt man carpet. Spricht man von einem Teppich, der auf dem Fliesen- (oder manchmal auch Teppich-)boden liegt, nennt sich das ganze rug.

Und ich erkläre euch noch kurz, wie ich das rausgefunden habe:
Steve und ich fahren durch die Gegend und es gibt ein riesiges Schild „Biggest rug sale in whole Britain“. Und ich hatte eben überhaupt keinen Plan, was rug heißen sollte. Aber ab und an kann er mir eben doch erklären, was etwas heißt und hier war das der Fall.

Na? Gewusst?