Die Geschichte mit der Katze

Wir haben uns sowas von verliebt! Und auch wenn sie uns in letzter Zeit mehr und mehr auf die Nerven geht (vor allem nachts), muss sie uns morgens nur einmal anmiauen oder einmal angucken oder ein kleines Nasenküsschen geben und alles ist wieder gut – alles vergessen.

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Richtig meditativ ist es, wenn man sie morgens streichelt, anstatt zum Handy zu greifen und zu checken, ob man etwas lebenswichtiges verpasst hat, während man schlief.

Und dieses kleine Herz, das da schlägt. Und diese Wärme, die von ihr ausgeht. Und diese Liebe, die reflektiert wird. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie das mit Kindern sein wird, wenn jetzt schon so viel Stolz hochkommt, wenn sie den Kratzbaum benutzt, den wir ihr gebaut haben.

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Oder wenn sie endlich auf die Mikrowelle klettert, ohne unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe das funktioniert auch alles noch so gut, wenn wir in unserem Camper wohnen und alles etwas beengender wird. Viel Klettermöglichkeiten wird sie trotzdem haben und zum Glück verliert sie kaum Haare. Nach dem Sterilisieren sollte sie auch nochmal etwas ruhiger werden und uns auch nie mit Babys überraschen!

Als mich vor einigen Tagen eine weitere Freundin verlassen musste – wir sind eben doch vor allem hier, um zu reisen – tauschten wir noch Fotos aus, die wir voneinander gemacht haben und sie gab mir auch welche von unserer Carla. Unheimlich süß! Direkt nochmal verliebt, aber seht selbst:

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Wie hätten wir dieses süße Ding nicht retten können?!

Leben in einem Resort

Jeder weiß alles. Wie in einem Dorf. Aber schlimmer.

Denn jeder sieht, wann du deine Wäsche wäschst. Jeder sieht dich im Bikini und weiß: ahaaa, die hat wohl die letzten drei Nächte Pizza in der Bar gegessen. Und jeder sieht jede kleinste Gefühlsregung von dir, denn du kannst dich nie komplett in deinem Häuschen verkrümeln. Wir haben zwar das Glück eine Küchenzeile unser Eigen zu nennen, aber Klo und Dusche sucht man hier vergebens. Muss man sich eben teilen. Und ist auch voll ok. Dafür muss man es auch nicht putzen.

Das Problem ist, dass manche Sachen einfach keiner wissen darf. Zum Beispiel, dass wir ein Haustier haben.

Auf deutschen Bauernhöfen vermehren sich Katzen ungehemmt und deswegen werden frisch geborene Kätzchen einfach mal ertränkt. Gibt ja sonst noch viel mehr davon. Sorry, falls das Jemandem neu war. Hier in Australien gab es eigentlich keine Katzen. Aber der Mensch will ja alles haben, also wurden Katzen eingeflogen. Australier sind sehr auf ihre spezielle Natur bedacht, das bedeutet, dass man zum Beispiel keine Äpfel von Melbourne mit nach Adelaide bringen darf (auch wenn die aus sonst wo in beide Städte eingeflogen wurden). Und es bedeutet eben auch, dass wilde Katzen eine Gefahr für die natürlich vorkommenden Lebewesen darstellen und sie deswegen ertränkt werden müssen.

Müssen sie?!

Wir sind hier wirklich weit weg von der ganzen zivilisierten Welt. Wenn man also einmal alle Katzen einfangen würde (und dafür muss es einfach jemanden geben, der das professionell und ohne Mord und Todschlag machen kann), dann wäre man das Katzenproblem hier doch los. Denn das versteht doch wohl jedes Kind: gibt es keine Katzeneltern, gibt es keine Katzenkinder. Im Moment ist es jedenfalls die Aufgabe der Hausmeister Fallen aufzustellen und sobald man genügend Katzenbabys zusammen hat, wirft man sie einfach im Käfig vom Steg ins Wasser. Und nach einiger Zeit holt man sie eben wieder hoch. Muss ich erwähnen, dass Katzen nicht unter Wasser atmen können?

Als mein Hausmeister davon gehört hat, musste etwas unternommen werden. Ich bekam den Auftrag: Wenn du eine siehst, schnapp sie dir.

… und bring sie nach Hause. Und tatsächlich, ich fand eine. Und gab ihr etwas Milch und kam trotzdem nicht nah genug dran. Zum Glück gibt es mehr Tierliebhaber und mit Hilfe einiger asiatischer Kollegen, schafften wir es einen Karton über sie zu werfen, um sie am Weglaufen zu hindern.

Mein Steve hat dann auch direkt aus einem Pizzakarton ein Katzenklo gebastelt und aus meiner Weihnachtsdeko Spielzeug hergestellt. Sogar seinen Thunfisch aus der Dose hat er mit ihr geteilt – unserer Carla. Denn sie wurde in einem Carlton (australisches Bier) Karton gefangen – und ist ein Mädchen. Inzwischen sind wir da professioneller unterwegs und in der nächsten „Stadt“ (600 Einwohner mit zwei kleinen Supermärkten) gibt es sogar Katzenfutter und -medizin.

Wir sind also seit etwa zwei Monaten stolze Katzeneltern – mit allem, was dazu gehört. Besorgt sein, als sie einmal weglief. Besorgt sein, als wir sie einmal rausließen, weil sie so vor der Tür gejammert hat. Genervt sein, wenn sie nicht aufhört zu miauen. Glücklich sein, wenn sie vorbeikommt und ein Nasenküsschen gibt. Genervt sein, wenn sie sich an unseren Beinen festhält und stolz, wenn sie zum ersten Mal am selbstgebastelten Kratzbaum kratzt.

Es war wirklich eine spannende Zeit schon mit ihr. Anfangs nur unter dem Sofa. Dann ließ sie sich Mal streicheln und hatte das aber die nächsten zwei Tage anscheinend vergessen. Inzwischen können sogar fremde Besucher kommen und sie schmiegt sich an sie. Miaut wird auch sofort wenn der Kühlschrank aufgeht, denn Katze weiß ja, dass da auch immer ihr Futter rauskommt. Eine Entwurmungstablette hatten wir ihr auch schon ins Futter geschmuggelt und sobald sie sich hochheben lässt, wird sie vorsichtshalber mit einem Flohshampoo gewaschen. Übrigens wollte sie seit dem einen Weglaufen nicht mehr raus. Fühlt sich wohl hier auf ihrem Abenteuerspielplatz bestehend aus unseren Möbeln und Vorhängen.

Und wir bleiben trotzdem Hundemenschen.

Aber eben in erster Linie Tierliebhaber.

PS: Ich würde euch so unheimlich gerne Fotos zeigen, aber wie ich beschrieben habe, ist das hier nicht so mit Katzen und meine Beiträge werden auch auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht und dürfen eben von manchen Kollegen hier nicht gesehen werden. Auch wenn die meisten super nette Menschen sind… mit Katzen haben die hier manchmal trotzdem Probleme!

 

Zum Glück gab es hierzu ein Update, bevor ich diesen Beitrag veröffentlicht habe. Es begann mit einem Schock. Einer der Hausmeister kam zu mir in die Rezeption und meinte: Caro – habt ihr eine Katze? Mein Herz ist mir echt in die Hose gerutscht und mein Gehirn hat gerattert wie sonst noch was. Wo sind die ganzen Argumente, die ich mir seit zwei Monaten zurechtlege, falls dieser Moment kommt?! Natürlich nicht da, wo sie sein sollen. Letztendlich erzählte ich ihm, dass wir schon sehr an ihr hängen, sie seit zwei Monaten mit Futter und Streicheleinheiten versorgen und sie nicht (mehr) raus möchte, nichts zerstört und sterilisiert wird, sobald sie sechs Monate alt ist. Und schon hatte ich ihn. Aber dann ging es weiter zum Assistent Manager. Von dessen Freundin hatte ich den Auftrag bekommen, auf gar keinen Fall etwas über die Katze zu sagen. Er wäre da komplett dagegen. Geht gar nicht. Darf nicht bleiben. Und er ist eigentlich einer der besten Menschen, die es auf dieser Welt gibt. Und ich wollte es ihm so unbedingt erzählen, weil ich mir sicher war, dass er uns fair behandelt. Und anscheinend war die Lüftung des Geheimnisses zeitlich perfekt geplant: er hatte seit einer Weile einen Hund, sein erstes Haustier. Er konnte sich also viel leichter hineinfühlen und wollte nur noch wissen, was wir machen, wenn wir weiterziehen. Mitnehmen natürlich! So sehr wie wir schon an ihr hängen.. unmöglich, dass wir sie einfach zurücklassen könnten. Vor allem nicht in so einer Gegend! Und dann ging es ihm nur noch um die Möbel im Haus und das wars dann auch schon. Ich hatte trotzdem das Gefühl, dass er einfach persönlich enttäuscht war, dass ich das vor ihm geheim gehalten habe, aber ich meinte nur: Ich wusste von deiner Freundin, wie du über Katzen denkst… Und das hat er dann als überzeugendes Argument hingenommen und sich seitdem kein Stück anders verhalten. Gott sei Dank!
Der letzte Stop beim General Manager hatte sogar alles nochmal aufgelockert: wenn sie Halsband und Leine hat, dürften wir sogar mit ihr spazieren gehen! Natürlich wollte sie an diesem Abend zum ersten Mal nicht ihr Halsband anlegen lassen…